Mit "Abdichten" meine ich das, was hier allgemein "Verfugen" genannt wird.
Arbeitsablauf:
- Alte Abdichtmasse raus aus der Fuge
- Fuge entrosten, ideal ist, wenn Du bis aufs blanke Blech kommst. Wenn das nicht geht, Fertan oder ähnliches verwenden (da scheiden sich die Geister, ich bin mir auch noch nicht sicher, was das beste ist)
- füllern
- auf beiden Seiten der Fuge mit Kreppband abkleben
- Sikaflex auftragen und mit leicht angefeuchtetem Finger glattziehen
- Kreppband abziehen, nochmal mit feuchtem Finger nachziehen, damit die Kante vom Kreppband verschwindet
- trocknen lassen
- lackieren
- Hohlraumversieglung machen! Am besten mit Mike Sanders. Wachs mag zwar in den rostigen Falz eindringen, reißt aber auf Rost bald und bietet daher keinen langfristigen Schutz.
Beschreibung 2
Soweit ich weiß, hat VW die Fugen mit einer speziellen Sandstrahlpistole sauber gemacht, mit einer schmalen Düse. Anschließend wurden sie grundiert und vermutlich lackiert, dann mit schwarzem Silkaflex verfugt. Das schwarze Silkaflex ist gegen UV-Strahlung beständiger.
Meine Fugen habe ich erst mal mit einem Stemmeisen ausgekratzt, bis das Fugenmaterial draußen war. Dann habe ich mit der Dremel die Fuge sauber greinigt, bis es zu stauben aufhörte. Ausgeblasen mit Druckluft, Rostumwandler mhmhmhm wie heißt denn der Gute..., jedenfalls war es der, den man mit Wasser auswaschen muss. Dies habe ich 3-4 mal gemacht und beim letzten Mal die schwarze Schicht mit einer Dremel Polierbürste abpoliert. Grundiert, grundiert, lackiert und verfugt. Aushärten lassen und dann die Sichtlackschicht 2 x aufgetragen. Jetzt würde ich vor der ersten Grundierung den Owatrol Rostschutz auftragen, denn der unterwandert evtl. übrig gebliebenen Rost zuverlässigst. Im www.korrosionsschutz-depot.d/ findest Du die Grundierung. Dafür gibt es wohl auch eine ordentliche Grundierung, die dem 2 Komponentenlack optimale Haftung bietet.
Meine Fugen halten nun seit 6 Jahren erfolgreich dicht mit dieser Methode. Die anderen, die ich nicht auf diese Weise gemacht habe, sind längst wieder aufgegangen.
Beschreibung 3
Alle rostenden Nähte von innen mit Mike Sanders einpinseln. Wenn es bis außen durchgekrochen ist, Fugen leerräumen und entrosten. Dann entfetten und mit Fertan pinseln. Nach zwei Tagen wieder abwaschen und mit Ferpox grundieren. Dann mit einer Spritze mit feiner Kanüle auf den Grund der Fugen Mike Sanders spritzen. Dann mit Sikaflex die Fugen zuspritzen.
Danach ist bei mir kein Rost mehr gekommen.
Beschreibung 4
Bei meinem Bus habe ich zunächst alle Fugen mit Drahtbürste von original Sikaflex befreit, dann die Fertanbehandlung und hinterher die Fugen mit Verdünnung ausgespritzt (mit Pistole) um die Reste des Fertans weg zu machen. Dann habe ich die entstandenen Lackkanten mit Schleifpapier und einem Schleifklotz beigeschliffen. Dann habe ich die Fugen mit Rot/Braun von Würth grundiert (mit Pistole). Nachdem die Grundierung richtig durchgetrocknet war (ich hab den Bus ca. 3 Tage bei mir in der Werkstatt stehen lassen), habe ich die Fugen mit einem Feinlinierband von 3M abgeklebt. Dies gibt es in verschiedenen Breiten. Der nächste Schritt ist das Füllern. 1K- als auch 2K-Füller ist nach dem Trocknen sehr hart. Wäre dieser in der Fuge, würde der Füller nach längerer Zeit reißen (durch die Karrosserieverwindungen). Diese merkt man z.B. im Winter, wenn man mal mit dem zugefrorenen Bus in einer Kurve über einen Huppel fährt. Dann knirscht es so schön.
Während er Füller trocknet, zieht man vorsichtig das Linierband ab. Hierbei entsteht wieder eine sehr kleine Kante, jedoch nicht so, wie wenn man normales Abklebeband verwendet. Die Kanten schleift man bei.
Zum Abdichten der Kanten kann ich kein Sikaflex empfehlen, da dies im Laufe der Zeit hart wird und reißt. Das Wasser läuft dann durch den Riß in die Fuge und kann nicht mehr weg, außer nach innen, da die Seitenwände punktverschweißt sind.
Bei meinem Bus habe ich "Klebt und Dichtet" von Würth verwendet. Dies wird normalerweise zum Einkleben von Windschutzscheiben verwendet. Es bleibt auch nach Jahren noch elastisch. Wenn nicht, würden alle geklebten Windschutzscheiben im Laufe der Jahre reißen. Das "Klebt und Dichtet" ist schleif- und überlackierbar.
Nachdem das "Klebt und Dichtet" ausgehärtet (nicht im Sinne von hart) ist, kann der Füller geschliffen werden und dann kann man lackieren oder lackieren lassen.
Fazit: Die Fugen reißen nicht mehr, da kein harter Füller als Untergrund da ist und keine hart werdende Sikaflex-Karrosseriedichtmasse vorhanden ist, sondern eine elastische Dichtmasse.
Der Lack an sich ist nur bis zu einem gewissen Grad elastisch, es sei denn, es sind Weichmacher mit drin (z.B. bei lackierten PU-Stoßstangen). Dieser Elastizitätsgrad reicht jedoch für die Busfugen aus.
Falls der Bus schon von innen blüht wie die Blumen im Frühling, kommt der Rost auf kurz oder lang eh wieder.
Bei meinem Bus ist bisher keine Kante gerissen und Rost habe ich bisher auch nicht gesehen.
Beschreibung 5
Ich habe im Sommer eine Generalsanierung gemacht und bis folgendermaßen vorgegangen:
* Dichtmasse raus
* Fugen sanggestrahlt
* normale Roststellen "genegerkekst"
* Fugen nach Vorschrift "fertanisiert" und lange wirken lassen
* Fugen gründlich mit Wasser gereinigt
* Fugen mit Owatrol Farbkriechöl behandelt (VORSICHT - Verträgt sich nicht mit jedem Lack, da auf Kunstharzbasis. Kommt aber der richtige Filler als Trennschicht dazwischen, dann klappt's.
* blanke Stellen gleich mit Verdünnung/Silikonentferner abreiben, dann setzt sich kein Flugrost an.
Bis hier her habe ich alles selber gemacht, dann:
* dick fillern (Lackierer)
* schleifen, schleifen, schleifen (ich)
* Fugen abdichten (ich)
* Decklack und dick Klarlack drüber (Lackierer)
Der Lack in den Fugen wird wieder reißen, das kann man fast nicht verhindern (evtl. mit ganz viel Weichmacher im Lack - oder alternativ die Fugen nicht lackieren). Ich bin aber aber eigentlich ganz zuversichtlich, dass der Lack eine Weile hält. Eine Innenraumkonservierung mit Mike Sanders und eine Unterbodenrestauration mit FluidFilm hat das Auto bereits hinter sich (meiner Meinung nach Vorraussetzung, bevor man die Fugen richtet).
Beschreibung 6
Ich würde auf jeden Fall Sikaflex nehmen.
Ich würde aber auch erst lackieren (damit auch in den Ritzen möglichst alles direkt mit Lack versiegelt ist) und dann mit Sikaflex verfugen. Ich habe die Fugen schwarz sichtbar gelassen. Wenn man das schön gerade macht, sieht's ganz gut aus (auf blau). Wenn Du die Fuge in Wagenfarbe willst, würde ich 1 Woche später die Fuge abkleben und dann die Fuge nachlackieren.
Wenn Du auf die Grundierung verfugst und dann drüberlackierst (wie das in Lackierereien üblich ist), dann rostet's auf jeden Fall weiter.
Beschreibung 7
Fugen komplett auskratzen und entrosten, Fertan drauf, einwirken lassen (steht auf der Packung, wie und wie lange und etc.), Grundieren, Sikaflex Fugenmasse, nochmal Grundieren, Lackieren, Polieren, Fertig. Zweimal Grundieren deshalb, weil direkt auf Sikaflex der Lack praktisch gar nicht haftet, und wenn man die Grundierung unter Sikaflex weglässt, die braune Pest schneller wieder anrückt.
Beschreibung 8
Von außen entrosten, grundieren (Bootsbau, z.B. Antorit von Höveling, wenn man damit Stahlyachten in Salzwasser lagern kann....), lackieren, dann Polyurethandichtmasse, z.B. Sika, dann wieder Lack. Viel wichtiger ist aber, dass Du die Nähte auch von innen behandelst. Also Karre komplett leermachen, dann 1-2 mal FluidFilm drüber und dann Mike Sanders hinterher.
Beschreibung 9
Sikaflex, Panflex, etc. kleben wie der Teufel, aber der Rost kommt von innen, da solltest Du dann auch entrosten und konservieren, am besten mit Korrosionsschutzfett, z.B. Mike Sanders. Phillip hatte seine Fugen mit Fett gefüllt und anschließend mit Alufolie (aus der KFZ-Abteilung des Baumarkts, gedacht zum Rostlöcher zukleben) verklebt, ich halte das immer noch für eine gute und vor allem dauerhafte Lösung, bei der Fugenrost keine Chance mehr hat.
Beschreibung 10
Gut geeignet ist die originale Fugendichtmasse von VW oder Sikaflex (das man normalerweise zum Hochdach aufkleben nimmt, hat jeder gute Campingausbauer auf Lager). Bitte kein Silikon bzw. Fugendicht für den Sanitärbereich o.ä. aus dem Baumarkt nehmen, Silikon kann Essigsäure bilden (rostfördernd!) und manche Sanitärdichtmassen sind nicht überlackierbar!
Ansonsten penibelst saubermachen, die Dichtmasse nicht aufs blanke Metall (vorher Rostschutzgrund und dann lackieren!) und vor allem auch die Nähte soweit zugänglich von innen behandeln, sonst darfst Du die Arbeit nach einem oder zwei Jahren nochmal machen...
Beschreibung 11
Polyurethanklebedichtmasse (AKD 476 KD5 05) hat VW auch verwendet für Fugen, die Verwindungen ausgesetzt sind. Ist spezieller PU Kleber, der sich nach dem Verkleben ausdehnt und Metall miteinander verklebt, dichtet und dauerhaft (meist jedenfalls) elastisch bleibt. Dichtmasse (Silikonklebedichtmasse) geht auch, ist aber nicht so gut bei Verwindungen und Vibrationen.
Polyurethan gibt es auch bei jedem Autofachhandel (ATU oder so). Ebenfalls geeignet ist Henkel Teroson Terostat.
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